Angelika - Angelikawurzel

 
(Angelika Archangelica L.)

Die Blüten der Angelika sind grünlich bis gelblich.

Die Angelika ist eine schulterhohe und auffällige Heilpflanze mit einem daumendicken, hohlen Stängel, die Blütenstände sind grünlich- oder auch gelblich-weiß und halb kugelig. Die Blätter sind groß und doppelt gefiedert. Die Angelika duftet süß und wirkt anregend, blutreinigend, tonisch und schweißtreibend.

Die Angelika unterstützt das Herz, macht Muskeln geschmeidig, sie stärkt die Schleimhäute unserer Bronchien, hilft bei Migräne, Magenschmerzen und beruhigt angegriffene Nerven.

Die Angelika hilft gegen einem mangelnden Appetit, auch gegen Völlegefühl, gegen Blähungen und einer gesteigerten Harnproduktion.

Die sehr aromatisch riechende Pflanze findet man oft auch in Magenlikören.

In der Angelika sind 0,5% ätherische Öle enthalten, auch Bitterstoffen, unterschiedliche Säuren, Xanthotoxin, Umbelliferon, Imperatorin, Harze, Pektin und Gerbstoffe.

  • Volksnamen
    Engelwurz, Brustwurz, Heiliggeistwurz, Zahnwurzel

  • Standort
    In lichten Wäldern von der Ebene bis ins Gebirge, auf feuchten Wiesen, an Flüssen und Bächen.

  • Wie sieht die Pflanze aus?

    Üppige Staude, mannshoch; große, doppelt-unpaarig gefiederte Blätter, gezähnt, mit sehr dickem, hohlem, glattem (zart gerilltem) und verzweigtem Stengel. Möhrenähnlicher Geruch.

  • Wie sehen die Blüten aus?

    Große grünliche und gelblich-weiße Dolde.

  • Wann blüht die Pflanze?
    Juli bis August.

  • Wann ist Sammelzeit?
    : Wurzeln im Herbst, Blätter vor und zu Beginn der Blütezeit.

  • Welche Pflanzenteile werden verwendet?: Wurzeln, Blätter, Samen.

  • Welche Wirkstoffe sind enthalten?: Angelikasäure, ätherische Öle und Harze, Hydrokarotin, Gerbstoffe, Pektin.

Wegen seiner ätherischen Öle ist die Wurzelabkochung (2 Teelöffel zerkleinerte Wurzel auf 1l Wasser) von altersher als schweißtreibendes Mittel bekannt.

Der Tee aus den Blättern und Wurzeln wirkt appetitanregend, fördert den Gallenfluß und beseitigt Blähungen. Diese Wirkung wird durch eine besondere Durchblutungsförderung im Gebiet der Verdauungsorgane hervorgerufen.

Bei fieberhaften Erkrankungen benutzt man die schweiß- und urintreibende Wirkung der Pflanze, um dem Kranken durch Entfiebern Linderung zu verschaffen. Darüber hinaus kann man eine kräftigende und anregende Wirkung auf den Organismus immer wieder beobachten.

Die Wurzel wirkt auswurffördernd und wird daher gerne Hustentees zugesetzt.

Die krampflösende Eigenschaft der Wurzel bei hartnäckiger Verstopfung, ferner die durchblutungsfördernde Wirkung der Blätter und Wurzeln bei Hämorrhoidal-Beschwerden werden immer wieder rühmend erwähnt.

Ein Aufguß der Blätter oder eine Abkochung der Wurzeln benutzt man als Gurgelwasser bei Entzündungen des Rachenraumes.

Stößt man die Wurzel zu Pulver und bestreut offene, schmierende, schlecht heilende Wunden damit, so wird man bald eine Reinigung und bessere Heilung beobachten können.

50 bis 70 g kleingeschnittene Wurzeln setze man auf 1 l Wein oder Branntwein an und lasse 3 Wochen stehen. Dann mische man Baldrian-, Kalmus- und Wermuttinktur zu gleichen Teilen. Man erhält eine vorzügliche Hausmedizin gegen verschiedene alltägliche Beschwerden der Verdauungsorgane. Man kann diese Medizin auch als Einreibemittel benutzen.

Weitere Anwendungsbeispiele

  • Der aus Wurzeln bereitete Tee (1 TL klein geschnittener Wurzeln mit 1 Tasse Wasser kalt ansetzen, nach einer Weile kurz aufkochen) wirkt urintreibend und blutreinigend (jeden Tag 1 Tasse; in kleinen Schlucken ).

  • Angelika wirkt gegen Lungenleiden, Darmentzündung, Blähungen, Magenentzündung, Katarrhe, Magenkatarrh, Dickdarmentzündung und Halsleiden.

  • Ein Teegemisch aus Angelikawurzeln und Wermutblättern ist ein äußerst gutes Heilmittel gegen Magenprobleme (pro Tag 2 kleine Tassen) als auch gegen Sodbrennen.

  • Als Gurgelwasser, bei Erkrankungen des Kehlkopfes und des Halses verwendet, wirkt der Absud reinigend und heilsam.

  • Die klein geschnittene Wurzel, 50 - 70 g für 1 l Wein oder Branntwein, 1 - 2 Tage angesetzt, hilft gegen Magenbeschwerden und Beschwerden im Verdauungstrakt.

  • Die Wurzel, zu Pulver zerstoßen, hilft bei allen oben erwähnten Übeln noch kräftiger (jeden Tag 2 - 3 Messerspitzen in der Suppe oder auch in warmem Wasser).

  • Das frische Kraut wird außerdem für Kräuterkissen benötigt.

  • Der aus dem Kraut hergestellte Absud wird oftmals als stärkendes Heilmittel Bädern zugesetzt.

  • Angelika-Spiritus ist krampflösend (10 -15 Tropfen 2 - 3 Mal täglich nehmen.

  • Einreibung bei rheumatischen Erkrankungen.




Thema: Kräuter

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