Tipps und Hausmittel bei Nieren- und Gallensteinen

 

Nierensteine entstehen, wenn bestimmte Substanzen, die sogenannten Calciumoxalate, Calciumphosphate, Magnesium-Ammonium-Phopshate, Urinsäuren oder Cystin sich im Urin so stark konzentrieren, dass sie verklumpen und damit harte, feste Gebilde entstehen können. Hauptsymptom bei Nierensteinen sind Schmerzen im linken und/oder rechten unteren Rücken- bzw. Beckenbereich, Blut im Urin und/oder ständiger Harndrang. Nierensteine kommen bei Männern im mittleren bis höheren Alter häufiger vor.

Meiden Sie deshalb eine phospat- oder proteinreiche Ernährung; dazu gehören: Kaffee, schwarzer Tee, Rhabarber, Sauerampfer, Spinat und Portulak.

Gallensteine entstehen, wenn sich Gallenpigmente (=Gallenfarbstoffe) und Cholesterin so stark konzentrieren, dass sie innerhalb der Gallenblase verklumpen. Gallensteine können jahrelang problemlos (schmerzlos) sein. Größere Schmerzen und Probleme entstehen meist dann, wenn ihre Gallensteine entweder den Gallengang bzw. Gallenblasengang verlegen. Zu den Beschwerden bei solchen Gallensteinlokalisationen zählen plötzliche, intensive Schmerzen in der Regel im rechten Oberbauch. Oft begleiten diese Schmerzen Übelkeit, Fieber und Erbrechen. Nach ca. 1-4 Stunden lassen dann solche Schmerzattacken wieder nach; die Empfindlichkeit im rechten Oberbauch bleibt aber meist bestehen.

Etwa jede fünfte Frau über 40 Jahre hat Gallensteine und diese Zahl erhöht sich noch mit steigendem Alter. Männer sind hier weniger betroffen. Bei beiden Arten von Steinbildung – Nieren- und Gallensteinen – gilt neben der naturheilkundlichen Behandlung, dass Sie die Ratschläge Ihres Arztes befolgen und nicht eigenmächtig Medikamente absetzen.

Pflanzliche Wirkstoffe zur Vorbeugung bei Nieren- und Gallensteine :

  • Schöllkraut als Teezusatz zum Beispiel mit Schachtelhalm, Pfefferminze, Goldrute, Mariendistel, Brennessel oder als pflanzlicher Wirkstoff in Tabletten- oder Drageeform. Der aktive Wirkstoff von Schöllkraut ist das Chelidonin. In wissenschaftlich einwandfreien Studien (doppelblind) konnte an den Patienten belegt werden, dass dieser Wirkstoff Chelidonin mit anderen Wirkstoffen gemeinsam die glatte Muskulatur der Gallengänge beruhigt, dadurch der Gallefluß gesteigert wird und die lästigen Oberbauchbeschwerden bei Gallengangssteinn erheblich gelindert werden können.

  • Kriechende Quecke: dieses Kraut wird von der Kommission E des BGA zur Vorbeugung vor Nierensteinen und zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen des Urogenitaltraktes (Nieren, Harnleiter, Blase) empfohlen. Nehmen Sie dazu zwei bis zehn Teelöffel des unterirdischen Krautes und hacken Sie es klein. Lassen Sie das Kraut ca. 10 Minuten lang in ein bis zwei Tassen kochendem Wassers ziehen. Trinken Sie bis zu vier Tassen pro Tag.

  • Ingwer : Sehr heiße Kompressen mit Ingwertee lindern deutlich die Schmerzen bei Nierensteinattacken (reflektorisch bessere Durchblutung und Muskelentspannung in den tiefer gelegenen Muskelschichten).

  • Schachtelhalm : Angezeigt bei Nierensteinen (laut Kommission E) und auch zur Förderung des Allgemeinzustandes des Urogenitaltraktes, weil Schachtelhalmkraut das Urinvolumen steigert.

  • Pfefferminze (Menta piperita): seit langem zur Linderung von Gallensteinen verwendet; gut zur Anwendung als Tee („Steintee“): Mischung aus grüner Minze, Pfefferminze und Kardamom (Quelle von Borneol).

  • Safranwurz: zur Vorsorge und Therapie von Gallensteine nützlich (laut Kommission E). Safranwurz enthält Curcumin, eine Substanz die auf ihre Wirkung bei Gallensteinen bereits erfolgreich getestet wurde. Curcumin erhöht die Löslichkeit der Galle, was vor allem bei der Ausscheidung bereit entstandener Steine hilfreich ist; aber genauso zur Vorbeugung. Beste Gelegenheit, Safran bei entsprechenden Gerichten großzügig einzusetzen als Gewürz.

  • Goldrute (Solidago virgaurea): Goldrute enthält stark entwässernde Substanzen, sogenannte Leiocarposide, die dem Körper helfen, überschüssiges Wasser auszuscheiden. Deshalb ist ein Versuch sowohl bei chronischen Nierenerkrankungen (Nephritis) sinnvoll als auch bei Nierensteinen.
    Dosierung: fünf Teelöffel gehackte, getrocknete Goldrute pro Tasse mit kochendem Wasser nehmen. Drei bis vier Tassen pro Tag zwischen den Mahlzeiten trinken.

  • Orthosiphon (Javatee): Blätter des auch als indischer Blasen- und Nierenteestrauch bezeichneten Halbstrauches werden zur Behandlung von Nierensteinen empfohlen. Man vermutet eine unterstützende Wirkung bei der Öffnung der Harneiter.
    Dosierung: kochen Sie aus drei bis sechs Teelöffel Kraut pro Tasse einen Tee und trinken Sie diesen dreimal täglich.

  • Liebstöckel : empfehlenswert einen Tee aus zwei bis vier Teelöffeln des getrockneten Krautes pro Tasse mit kochendem Wasser zuzubereiten. Dieses Kraut wirkt ebenfalls stark entwässernd.

  • Mariendistel (Silybum marianum): enthält reichlich Silymarin und ist durch ihre Leberschutzwirkung bekannt. In Studien konnte belegt werden, dass Mariendistel die Löslichkeit der Galle erhöht. So ist sie zusätzlich bei der Behandlung von Gallensteinleiden wirksam.

  • Petersilienwurzel : gutes Entwässerungsmittel, das bei der Vorbeugung und Behandlung von Nierensteinen hilft.
    Dosierung: einen Teelöffel der getrockneten Wurzel pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen und zwei bis drei Tassen pro Tag trinken (10 bis 15 Minuten sollte Tee ziehen bevor Sie ihn trinken.).

  • Brennessel (Urtica dioica) : mehrere Tassen Brennesseltee pro Tag trinken, um Nierensteinen vorzubeugen bzw. zu behandeln.
    Dosierung: einen Teelöffel fein gehacktes Kraut in einer Tasse mit kochendem Wasser ziehen. Auch als Gemüse möglich (vorher leicht kochen).

Allgemeine Tipps zur Ernährung bei Nieren- und Gallensteinen

  • Ernähren Sie sich fettarm, um das Risiko der Oxalatsteinbildung (Niere) zu mindern. Dazu: fettes Schweine- und Rindfleisch meiden, Süßspeisen, Kartoffelchips, gesalzene Erdnüsse, Milchprodukte meiden.

  • Trinken Sie reichlich: stilles Wasser, Tees, Säfte (ca. 2- 2,5 l/Tag). Denn Wasser verdünnt den Harn und senkt so die Konzentration an schädlichen Substanzen, aus denen sich Nierensteine bilden können.

  • Reduzieren Sie den Eiweißanteil in Ihrer Ernährung dadurch, indem Sie tierisches Eiweiß reduzieren. Mageres Fleisch, Käse, Fisch oder Geflügel sind bis zu 150g pro Tag erlaubt.

  • Meiden Sie stark gesalzene Fleisch- und Wurstwaren (Gepökeltes/Eingelegtes), Käseprodukte wie Streichkäse und Salzgebäck. Sie erhöhen die Kalziumausscheidung in unserem Körper und damit das Risiko der Steinbildung (Kalziumoxalatsteine).

  • Mindern der Oxalatbildung im Körper: wichtig, weil ein großer Teil der Nierensteine aus Kalziumoxalat besteht. Deshalb Nahrungsmittel mit hohen Gehalt an Oxalsäure einschränken: alle Sorten Bohnen, Rote Beete, Brom-, Heidel-, Erd- und Himbeeren, Sellerie, Kakao, Schokolade, Auberginen, Trauben, Kohl, Löwenzahnblätter, Petersilie, grüne Paprika, Spinat, Mandarinen, Weizenkeime, Kresse, Tofu.
    Dagegen ist Brokkoli sehr gut, weil er reich an Vitamin A ist, welches die Schleimhäute der Harnwege schützt.

    Weitere Nahrungsmittel mit hohen Vitamin A Gehalt: dunkelgrüne und gelbe Gemüse- und Obstsorten wie getrocknete Aprikosen, Karotten, Rosenkohl und Süßkartoffeln.

  • Nahrungsergänzungen gegen Nierensteine:

    Magnesium: verhindert Nieren- und Gallensteine

    Vitamin B6 (hohe Dosierung): senkt den Oxalsäuregehalt des Blutes und verhindert dadurch die Bildung neuer Nierensteine. Nahrungsmittel mit hohen Vitamin B6 Gehalt: Fisch, Vollkornprodukte, Huhn.

    Vitamin C: Vermeiden Sie hohe Dosierungen, sondern nutzen Sie besser Gemüse/Obst (Zitrusfrüchte, Acerolakirsche u. a.) als gesunde Vitamin C Spender.

    Aminosäuren (Eiweiße): wie Methionin + Cholin (lipotrope Verbindungen); sie helfen, dass das Cholesterin nicht gefährliche Ablagerungen im Gefäßsystem bildet; dies wiederum verringert die Gefahr von Gallensteinbildung (Leber kann mehr Lecithin produzieren)

    Reiskleie: japanische Studie mit Nierensteinpatienten: zwei Esslöffel Reiskleie nach dem Essen (zweimal täglich) haben bei der Mehrzahl der untersuchten Patienten Nierensteinneubildung verhindert;


Thema: Hausmittel

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